Pittermännchen Fibel
Woher es kommt. Wie es geht.
Die Kunst, obergärigen Gerstensaft in kleine Fässer zu füllen, beherrschte man schon im Mittelalter. Wann sich für die 10 Liter Glückseligkeit der Name Pitermännchen prägte, ist nicht überliefert. Aber dafür das Warum:In vormaliger Zeit wurde Vatertag in Köln immer am 29. Juni gefeiert oder besser gesagt begangen. Denn schon damals ging Mann mit einem Fässchen ins Grüne um blau heimzukehren. Dieses prächtige Farbenspiel fiel also immer auf den Namenstag von Peter, und der wird nun mal auf gut Kölsch Pitter genannt.
Der einzige Anschlag, der zu etwas Gutem führt
Das Pittermännchen ist ein sensibles Wesen, das sein goldenes Inneres umso köstlicher preisgibt, desto weniger es auf dem Weg zu seinem Bestimmungsort erschüttert wird.Als Zapfbesteck bevorzugt es solches aus glänzendem Messing – das Auge trinkt ja schließlich mit. Damit die Augen und die umstehenden erwartungsfrohen Gäste beim Anschlagen trocken bleiben, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Gummiring anfeuchten und ins Spundloch bugsieren. Hahn schließen, ansetzen und mit einem kraftvollen Hieb ins Fass treiben. sie haben Ihr Ziel erreicht. Prost!
Huhjezapp ist halb getrunken.
Dass das Auge mittrinkt, haben wir ja schon bei der Auswahl des Zapfbestecks gesehen. Noch entscheidender ist diese Maxime beim Zapfen selbst. Der Kölner an sich hat sein Kölsch gern huhjezapp – also mit viel Schaum.Wer so ein 0,2-l-Kleinkunstwerk kreieren will, sollte das Glas in einem Winkel von 10 Grad – mathematisch ausgedrückt: leicht schräg – an den Zapfhahn halten und das heimische Nass in einem Rutsch in die Stange gleiten lassen. Fließt das Kölsch zu spärlich oder zu heftig, ist dieser bedauerliche Umstand über das Ventil in Spundloch zwo zu regulieren. Damit entlässt man auch den Unterdruck, der nach den ersten Zapfungen den Kölschfluss zum Versiegen bringt.
Warum der Eichstrich in Köln Makulatur ist
Der Schaum setzt dem Bier die Krone auf. Und weil Kölsch nun mal das beste Bier der Welt ist, hat es auch eine besonders große Krone verdient. Dass der Schaum auch die Funktion hat, das Entweichen der Kohlensäure zu verhindern, ist in Köln sekundär. Kein Kölsch wird alt genug, um schal zu werden.Wie wird man aber nun zum begnadeten Schaumschläger? Erstens muss das Glas fettfrei sein und zweitens dieselbe Temperatur haben, wie das Kölsch. Also zwischen 6 und 8 Grad. Wer dann noch auf herkömmliches Spülmittel verzichtet, der setzt dem Kölschgenuss die Krone auf.
15 Zentimeter. Mehr braucht man nicht zum Glück.
Das geflügelte Wort "bei der Stange zu bleiben" hat in Köln am 6 März 1986 eine neue Bedeutung erhalten. Damals einigten sich 24 Brauereien auf die Kölsch-Konvention und hielten in Paragraph 3, Absatz 5 fest, dass Kölsch einzig und alleine in der Kölner Stange kredenzt werden darf. Auch die Beschaffenheit der Stange ist festgelegt. Von einem schlanken Bodendurchmesser von 5 cm aus, strebt der elegante Glaszylinder 15 bis 16 cm in die Höhe. Ob daher die Redewendung "das Höchste der Gefühle" kommt?
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